Im Rahmen unserer Psychotherapie-Angebote können wir eine Vielzahl verschiedener Methoden und bei Bedarf auch eine Kombination von unterschiedlichen Behandlungsformen anbieten. Zu den am häufigsten eingesetzten Psychotherapieformen gehören die Verhaltenstherapie und die tiefenpsychologische Psychotherapie sowie die systemische Familientherapie. Weiterhin können Methoden aus dem EMDR als spezifische Traumatherapie und Elemente der lösungsorientierten Kurzzeitherapie, der kindzentrierten Spieltherapie sowie der Energetischen Psychotherapie (nach Fred Gallo) zum Einsatz kommen.
Bei Kindern und Jugendlichen gehören bei einer psychotherapeutischen Behandlung neben den Einzeltherminen mit dem Kind/Teenager alle paar Wochen Elterngespräche. Bei jungen Erwachsenen wird eine Psychotherapie in der Regel als Einzeltherapie durchgeführt. Eine verhaltenstherapeutische Behandlung kann auch mit dem Schwerpunkt einer regelmässig stattfindenden Elternberatung erfolgen beispielsweise bei jüngeren Kindern.
Obwohl unserem therapeutischen Team zahlreiche approbierte Therapeut/innen aus den Bereichen Verhaltenstherapie, Tiefenpsychologisch orientierte Psychotherapie und Systemische Familientherapie angehören, sind wir jedoch leider nicht in der Lage, gesetzlich versicherten Kindern und Jugendlichen wöchentliche Psychotherapie-Termine anzubieten. Dies hängt damit zusammen, dass unsere therapeutischen Mitarbeiter/innen zwar im Rahmen der sozialpsychiatrischen Zulassung der Praxis tätig sein dürfen, jedoch in Ermangelung eines eigenen Psychotherapie-Kassensitzes nicht antragspflichtige Psychotherapie durchführen können.
Im Rahmen der sozialpsychiatrischen Behandlung werden Therapie-Termine und Elternberatungstermine in der Regel alle vier Wochen ohne vorherige Beantragung bei der Krankenkasse über einen beliebigen Zeitraum durchgeführt. Unsere Fachärztinnen haben im Rahmen der Kassenzulassung zwar sowohl einen Kassenarztsitz sowie Psychotherapeuten-Sitz und könnten antragspflichtige Psychotherapien durchführen, dies ist jedoch aufgrund des hohen Bedarfs an fachärztlichen Stunden in der Praxis leider nicht möglich. Für privatversicherte Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene (bis zur Vollendung des 21. Lebensjahres) können wir wöchentliche Psychotherapie-Termine anbieten.
Verhaltenstherapie
Verhaltenstherapie
Bei der Verhaltenstherapie handelt es sich um eine Anzahl verschiedener Behandlungsformen, die von dem Modell ausgehen, dass sowohl problematische Verhaltensweisen als auch Denkprozesse und Gefühlszustände zum Teil auf erlerntem Verhalten beruhen. Dieses erlernte Verhalten in Form innerer Prozesse und von Handlungen kann in den Sitzungen systematisch identifiziert und bearbeitet mit dem Ziel das problematische Verhalten zu verlernen und günstigere Denk- und Verhaltensweisen neu zu erlernen.
Zu Beginn der Verhaltenstherapie werden gemeinsam mit dem Kind und den Eltern die gewünschten Therapieziele festgelegt, die dann im Therapieverlauf spezifisch angegangen werden. Zur Verhaltenstherapie gehören klassische Verfahren wie die systematische Desensibilisierung zur Verminderung von Ängsten und Phobien und Verstärker-Pläne zur Motivationssteigerung unerwünschte Verhaltensweisen zugunsten erwünschten Verhaltens zu erzielen.
Eine wichtige Stellung innerhalb der Verhaltenstherapie nimmt die kognitive Verhaltenstherapie mit sozialem Kompetenztraining, Selbstinstruktionstraining und Problemlösetraining sowie ein kognitives Programm nach Beck ein. Die Verhaltenstherapie gehört zu den am intensivsten wissenschaftlich erforschten Psychotherapiemethoden und wurde in ihrer Wirksamkeit in internationalen Studien vielfach bestätigt bezogen auf spezifische Symptomatiken.
Im therapeutischen Prozess werden sowohl Kind als auch Eltern als kompetente Partner im Behandlungsprozess verstanden. Verhaltenstherapeutische Behandlungen können in intensiveren Behandlungsphasen wöchentlich oder auch 14-tägig erfolgen. Gegen Ende einer Therapie oder auch zur Überbrückung bis ein regelmässiger Therapieplatz verfügbar ist oder auch beim Schwerpunkt Elternberatung können Termine auch eher alle drei bis vier Wochen erfolgen. Die Länge einer Verhaltenstherapie hängt vom Ausmaß und Anzahl der Problembereiche sowie vom Behandlungsfortschritt ab und kann wenige Behandlungssitzungen oder auch zahlreiche Sitzungen über einen längeren Zeitraum beinhalten.
Tiefenpsychologische Psychotherapie
Tiefenpsychologischen Psychotherapie
Die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie versteht bestehende Symptome als Auswirkung innerer Konflikte im Zusammenhang mit aktuellen Beziehungsschwierigkeiten auf dem Boden früherer unbewältigter Beziehungserfahrungen und Konflikte.
In der Auseinandersetzung mit unbewussten inneren Konflikten erfolgt eine Bewustmachung die weitere Einsichten ermöglicht und eine Ausweitung der Wahlmöglichkeiten bezogen auf emotionale und kognitive Prozesse.
Eine tiefenpsychologische Behandlung kann wöchentlich oder auch 14-tägig erfolgen, dagegen sind mehrfach wöchentliche Temrine im Kinder- und Jugendbereich eher nicht üblich.
Systemische Familientherapie
Systemische Familientherapie
Körperliches oder seelisches Leiden eines Kindes oder Jugendlichen kann unterschiedliche Ursachen und Auswirkungen haben. Kinder und Jugendliche sind oft nicht in der Lage, ihre Probleme zu benennen und geeignete Lösungen zu finden. Oft drücken sie dann durch Symptome (beispielsweise durch Essstörungen, plötzliches schulisches Versagen oder nächtliches Einnässen) einen inneren Konflikt aus.
Das familiäre Umfeld, die Geschwistersituation, gravierende familiäre Veränderungen (beispielsweise nach der Trennung oder Wiederverheiratung der Eltern) – das alles kann wichtige Aufschlüsse für passende Lösungsvorschläge geben. Sitzungen mit der ganzen Familie oder mehreren Familienmitgliedern können helfen herauszufinden, an welcher Stelle Hilfestellungen sinnvoll und möglich sind.
Auch für die anderen Familienmitglieder – seien es Geschwister, Eltern oder in sogenannten Patchworkfamilien auch Stiefeltern oder Halbgeschwister – bietet eine von Fachleuten gezielt eingesetzte Familientherapie eine Entlastung. Eltern und Geschwister nehmen in der Therapie manchmal sogar die Rolle von „Cotherapeuten“ ein – sie helfen mit, Lösungen zu finden und umzusetzen.
Unsere Klienten schätzen an der systemischen Familientherapie vor allem:
- die Ressourcen-Orientierung (d.h. es wird nach den Stärken und Fähigkeiten geschaut, statt auf die Schwächen zu zeigen)
- die Wertschätzung aller Beteiligten (d.h. es geht nicht um Schuldzuweisungen, sondern um die Annahme, dass alle ihr Bestes geben wollen)
- das Ernstgenommen-Werden (d.h. die Betroffenen werden als „Experten“ ihrer Situation gesehen, nicht als Unwissende)
Elternberatung
Elternberatung
Als oft wirksame Methode hat sich die Elternberatung bewährt, bei der meist eine Kombination systemischer, verhaltenstherapeutischer und lösungsorientierter Strategien Anwendung finden.
Hierbei geht es nicht so sehr darum, Ursachen für die bestehende Problematik zu suchen, sondern gemeinsam mit Ihnen praktikable und wirksame Lösungen zu finden. Da Sie als Elternteil oder Eltern in der Regel die wichtigste Bezugsperson für Ihren Sohn oder Ihre Tochter darstellen, gibt es oft eine ganze Reihe von Dingen, die Sie zu einer Verbesserung der Situation für Ihr Kind beitragen können. Die Einbeziehung von Erzieher-/innen oder Lehrer-/innen in die Behandlung kann, Ihr Einverständnis vorausgesetzt, bei Bedarf erfolgen.
Elternseminare
Elternseminare
Ergänzend zur individuellen Elternberatung haben sich unsere Eltern-Seminare bewährt. Diese umfassen sechs bis sieben Termine alle 4 Wochen und werden therapeutisch geleitet. Hier geht es um die Vermittlung verhaltenstherapeutischer und lösungsorientierter Strategien, die Sie zuhause in Ihrer Erziehung erfolgreich einsetzen können. Die Gruppe bietet zusätzlich zu den vermittelten Seminar-Inhalten eine wertvolle Möglichkeit des Austausches. Die Seminare finden ohne Kinder statt und sind nach Altersgruppen der Kinder bzw. Jugendlichen gestaffelt.